Erklärung zur Lehre von der “Russischen Welt” (Ruskij Mir)

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Eine wichtige theologische Stimme aus der Orthodoxie zum Krieg in der Ukraine und der Rolle der Russisch-Orthodoxen Kirche.

„Für den Frieden der ganzen Welt, für das Wohlergehen der heiligen Kirchen Gottes,
und für die Einheit aller lasst uns zum Herrn beten. (Göttliche Liturgie)

Die russische Invasion in die Ukraine am 24. Februar 2022 ist eine historische Bedrohung für ein Volk mit orthodoxer christlicher Tradition. Noch beunruhigender für die orthodoxen Gläubigen ist, dass die leitende Hierarchie der Russischen Orthodoxen Kirche sich geweigert hat, diese Invasion als das zu bezeichnen, was sie ist, und stattdessen vage Erklärungen über die Notwendigkeit des Friedens angesichts der „Ereignisse“ und „Feindseligkeiten“ in der Ukraine abgegeben hat, während sie die brüderliche Natur des ukrainischen und des russischen Volkes als Teil der „Heiligen Rus“ betonte, die Feindseligkeiten dem bösen „Westen“ anlastete und sogar ihre Gemeinden anwies, in einer Weise zu beten, die die Feindseligkeit noch zusätzlich fördert.

Der Heilige Geist – der geheimnisvolle Gott

Prof. Dr. Thorsten Dietz bringt in einem sehr lebhaften Vortrag die Liebe und das Verbindungswirken des Heiligen Geistes zur Sprache


Christen werden getauft in seinem Namen, sie bekennen sich in fast jedem kirchlichen Gottesdienst zu ihm, und doch weiß kaum jemand mit ihm etwas anzufangen: dem Heiligen Geist.
In Liturgie und christlichen Formeln wirkt er oft wie ein Anhängsel. Und das Fest, das allein der Ausgießung des Heiligen Geistes gewidmet ist, ist für die meisten doch nur ein Grund, an einem Montag ausschlafen zu können.
Wer also ist der Heilige Geist? Ist er Gott? Eine Person? Und was hat es nochmal mit der Dreieinigkeit auf sich? Thorsten Dietz gibt in diesem Vortrag einen Überblick über das Thema und blickt dabei weit zurück in die Anfänge des Christentums, als im 4. Jahrhundert die Christen nicht mehr in Todesangst ihren Glauben lebten, sondern endlich vom römischen Kaiser anerkannt wurden.
Der verlangte aber im Gegenzug, dass sie sich mal einig werden über das, was sie da glauben. Darum erzählt Dietz hier vor allem von Basilius von Caesarea (Basilius der Große) und geht dabei den Weg ab, den die ersten Christen im Ringen um ein gemeinsames Bekenntnis zum Glauben zurückgelegt haben.
Links:
Worthaus
Worthaus in Youtube
Basilius in Wikibedia
Basilius im ökumenischen Heiligenlexikon
Worthaus 10 – Tübingen: 4. Juni 2022 von Prof. Dr. Thorsten Dietz




Die neue Sexualmoral in der katholischen Kirche

Der folgende Text des Synodalforums IV „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“ wurde auf der Vierten Synodalversammlung (8.-10.9.2022) am 8.9. 2022 abgestimmt.
Ergebnis: Im Plenum: 196 Stimmen, 82% Ja, 17% Nein, 2 Enthaltungen.
Das ist eine Zweidrittelmehrheit!
2. 57 Bischöfe: 33 Stimmen = 61% Ja. 21 #Bischöfe Nein, 3 Enthaltungen. Das ist eine einfache Mehrheit.
Der Text ist wegweisend für die universale Kirche.
Quelle 1: https://www.synodalerweg.de/fileadmin/Synodalerweg/Dokumente_Reden_Beitraege/SV-IV/SV-IV_Synodalforum-IV-Grundtext-Lesung2.pdf
Quelle 2: https://www.synodalerweg.de/

Präambel

Die Synodalversammlung weiß um die große Bedeutung, die einer selbstkritischen Positionsbestimmung zur Lehre unserer Kirche zu den Fragen von Liebe, Sexualität und Partnerschaft zu- kommt. Zwar ist die Sexuallehre unserer Kirche für die unerträglichen Akte sexualisierter Gewalt nicht unmittelbar ursächlich. Gleichwohl bildet sie einen normativen Hintergrund, der solche Taten offensichtlich hat begünstigen können.

Als Mitglieder der Synodalversammlung tragen wir in unterschiedlicher Weise Verantwortung für unsere Kirche. In dieser Verantwortung anerkennen wir ausdrücklich die Schuld, die durch sexualisierte Gewalt in kirchlichen Einrichtungen, Gemeinden und Gemeinschaften entstanden ist. Wir erwarten die Übernahme persönlicher Verantwortung derer, die daran (mit-)schuldig wurden. Zugleich suchen wir als Synodalversammlung Wege glaubwürdiger Umkehr.

Auch durch die Lehre zu Sexualität und die kirchliche Praxis haben sich Mitglieder unserer Kirche, aber auch die Kirche als Institution und Gemeinschaft der Glaubenden schuldig gemacht. Wir machen uns daher das freimütige Bekenntnis und die Übernahme von Verantwortung der deutschen Sprachgruppe bei der Römischen Familiensynode im Oktober 2015 zu eigen: „Kirchliche Begleitung [ist] insbesondere in Situationen der Bedrängnis gefordert […]. Hier gilt es nicht nur anzuerkennen, was die Kirche leistet, sondern ehrlich zu sagen, was wir als Kirche versäumt haben: Im falsch verstandenen Bemühen, die kirchliche Lehre hochzuhalten, kam es in der Pastoral immer wieder zu unbarmherzigen Haltungen, die Leid über Menschen gebracht haben, insbesondere über ledige Mütter und außerehelich geborene Kinder, über Menschen in vorehelichen und nichtehelichen Lebensgemeinschaften, über homosexuell orientierte Menschen und über Geschiedene und Wiederverheiratete.“

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Pfingsten: Die Geburtsstunde der Kirche

In guter Atmosphäre können wir wachsen und wunderbar aufblühen. Einer, der uns dabei unterstützt, ist der Heilige Geist. Wir werden in ihm neu geboren. Jesus sagt zu Nikodemus: „Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus dem Wasser und dem Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“ Und vorher sagt er: „Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht von oben geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ (Johannes 3)

Diese Geburt von oben, durch den Heiligen Geist passiert immer wieder. Der Geist ist heutzutage wirksam. Wir werden alle neu geboren. Gratis. Da kommt der Geist auf uns herab. Da kommt das Brausen. Da kommen die Feuerzungen. Es ist die Geburtsstunde der versammelten Christinnen und Christen.

Kirche ist ursprünglich Ekklesia, Versammlung. Der Heilige Geist gründet mit Brausen und Feuerzungen die Kirche. Ohne ihn geht gar nichts. Er erinnert uns an Jesu Leben, Leiden und Handeln. Er beschenkt uns nicht nur mit Inspiration, sondern auch mit sich selbst. Wir können mit ihm in Liebe leben und handeln. Wir jubeln und singen zu diesem Geburtstag Halleluja!

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Die gute Nachricht zum Pfingsten: Der Heilige Geist beglückt uns

Der Heilige Geist legt für uns einen Garten an

Wer im Garten arbeitet, weiß: Die Nacktschnecken fressen vieles, was einem lieb ist. Unser Nachbar hat Laufenten, die sehr hilfreich sind, aber gute Betreuung brauchen. Voriges Jahr bekam ich Tigerschnegel geschenkt, die diese Nacktschnecken fressen sollen. Hoffentlich sind sie dieses Jahr noch da.
Ich danke Gott für die Blumen und die Sträucher, aber auch für die Tigerschnegel. Ich glaube, dass der Schöpfer Geist für uns eine Atmosphäre bereitet, die ich mit einem Garten vergleichen kann, in dem wir wachsen und blühen können. In ihm können wir das Gespräch mit Jesus suchen, Gott mit seiner Schöpfung loben, preisen und unseren Mitmenschen beistehen und helfen. In seiner Atmosphäre können wir wachsen und wunderbar aufblühen.

Geist der Wissenschaft

Heiliger Geist,
Du Geist der Wahrheit, erleuchte mich,
damit ich ein Gespür entwickle für das Wesentliche in meinem Leben.
Du Geist der Stärke,
bewirke, dass mir Boden unter meine Füße wächst.
Du Geist der Freiheit, befreie mich,
damit ich lerne, dem Frieden und der Gerechtigkeit aller zu dienen.
Du Geist des Rates, verlocke mich,
damit ich das Abenteuer mit Gott wage.
Du Geist der Wissenschaft, lenke mein Denken,
dass ich die Schöpfung und die Geschöpfe leidenschaftlich achte.
Du Geist des Gebetes, bete in mir,
damit Gott sich in mir aussprechen kann.
Du Geist der Liebe Gottes, behüte mich,
damit ich leben kann in und aus Hoffnung auf immer.
Mit neuer Begeisterung will ich aufbrechen
und mich einsetzen für das Kommen deiner neuen Welt.

Durchdringe unseren Geist, Heiliger Geist,
damit wir Tag deinen Willen erkennen
und in deinem Licht das Licht sehen.
Durchdringe unseren Geist, Heiliger Geist,
damit wir die Geister zu unterscheiden lernen.
Erhelle unser Herz, Heiliger Geist,
damit wir lieben was wahrhaft und gerecht ist
und in allem, was wir lieben, dich lieben.
Hülle uns ein in dein Licht und deine Wahrheit,
dass wir uns senden lassen in diese Welt,
dir lobsingen
und die Kraft deiner Auferstehung feiern.
Amen.

Kardinal Schönborn: Pfingsten ist das Fest des „guten Geistes“

Kardinal in „Heute“-Kolumne: Ohne Heiligem Geist wäre unsere Welt „unerträglich“ und nur von Unfrieden, Hass und Zwietracht geprägt. Der heilige Geist komme zum Vorschein in zahlreichen menschlichen Tugenden wie etwa Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme, Mitgefühl, Güte, Geduld und Wohlwollen, erklärte der Wiener Erzbischof.

Theologe Franz Gruber sieht, dass beim biblischen Pfingstereignis die Apostel Jesu Kraft und Mut bekommen haben, ihre Erfahrungen von Orientierungslosigkeit und Angst durchzustehen und Neues aufbrechen zu lassen. Dadurch sei die Kirche geboren worden: „Der Geist Gottes ist die Kraft, die den Tod überwindet und eine weltbewegende Kirche schafft.“

Es ist die Dynamik, Energie, Liebe. Der Heilige Geist ist das christliche Bild für das Innovative, das Neue, das Schöpferische, das Kraftvolle – in gewisser Weise auch für das Revolutionäre.

Quelle: Schönborn: Pfingsten ist das Fest des „guten Geistes“ 18.05.2018
Leider wird an den Heiligen Geist immer nur an Pfingsten erinnert. Es klingt so, als würden wir die Kraft des Heiligen Geistes nur an einem Tag brauchen.

Franziskus: Die Asche des Jammers und der Resignation verbrennt. Das Feuer des Heiligen Geistes.

Papst Franziskus schreibt zum Aschermittwoch, dem Beginn der Fastenzeit:

Kehren wir zurück zum Geist, der lebendig macht, zum Feuer, das unsere Asche wiederauferstehen lässt. Beten wir wieder zum Heiligen Geist, entdecken wir wieder neu das Feuer des Lobpreises, das die Asche des Jammers und der Resignation verbrennt.
Heute neigen wir unser Haupt, um die Asche zu empfangen. Fastenzeit heißt demütig hinabsteigen in uns selbst und zu den anderen. Sie bedeutet zu verstehen, dass die Erlösung nicht ein Hinaufsteigen zum Ruhm ist, sondern ein Hinabsteigen aus Liebe.
Wir beginnen den Weg der Fastenzeit. An seinem Anfang stehen die Worte des Propheten Joël, welche die Richtung angeben, der wir folgen sollen: »Kehrt um zu mir von ganzem Herzen« (Joël 2,12). Die Fastenzeit ist eine Rückkehr zu Gott. (Drei Tweets vom 17.2.2021)
English:

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Frère Roger: Eine ungeheure Kraft vom Himmel

Frère Roger Schutz und Kardinal Franz König

Im November 1977 fand ein Treffen des Konzils der Jugend in Wien statt. Wolfgang Aumann und ich leiteten dabei gemeinsam in der Pfarre Hernals eine Gruppe. An dem abschließenden Gebetsgottesdienst im Wiener Stephansdom nahm auch Frère Roger Schutz, der Prior der ökumenischen Mönchsgemeinschaft von Taizé, teil.

Die Erfahrung, die mir bei diesem Gebetsgottesdienst geschenkt wurde, habe ich in einem Brief beschrieben, den ich am 15. April 1978 an Karl Mach gerichtet habe. Ich zitiere im Folgenden aus diesem Brief.

„Am Nachmittag vor dem Tag, an dem der Gebetsgottesdienst mit Frère Roger im Wiener Stephansdom stattfand, war bei uns in der Pfarre Hernals Impulsmesse für die Jugend, und die Gruppe der Taizé-Bewegung, die in Hernals zu Gast war, war auch dabei. Vor der Wandlung gab es eine Bildmeditation: Projektion des Freskos mit dem Menschensohn beim Jüngsten Gericht, von Michelangelo. Bei dieser Betrachtung konnte man eine Ahnung von der ungeheuren Kraft des Menschensohnes bekommen.

„Am nächsten Tag saß ich ab 18 Uhr im Stephansdom, mit den Freunden, zwischen Kommuniongitter und Altarstufen, in keiner besonders guten Verfassung. Gelegentlich wurde schon gesungen. Gegen 19 Uhr blickte ich unwillkürlich zur Mitte. Genau in diesem Moment ging Frère Roger die Stufen zum Altar hinauf – ich erkannte ihn nach einer Fotografie und weil er eine weiße Kutte trug – und ich dachte mir, eher resigniert, ‚Da ist er ja‘. In diesem Augenblick traf mich, von ihm kommend, eine sehr gewaltige und zugleich sehr milde Kraft – die Kraft des Menschensohnes, die auch Michelangelo getroffen haben muss.

„Nach dem offiziellen Teil ging Frère Roger zum Kommuniongitter und öffnete es. Vorher hatte ich mir gedacht ‚Also jetzt spielt sich bestimmt nichts mehr ab‘ und war wieder resigniert; als Frère Roger aber vorging, blickte ich unwillkürlich wieder auf und bemerkte es. Außerhalb des Gitters war ein Kranker oder eine Kranke im Rollstuhl. Frère Roger kniete vor dem Rollstuhl nieder und legte der kranken Person die Hände auf den Kopf. In diesem Augenblick fuhr eine ungeheure Kraft vom Himmel und ein sehr sprechendes, nicht von dieser Welt stammendes Licht umgab den Rollstuhl und Frère Roger. Zugleich war der Himmel offen. Die unfassbare Liebe, mit der uns Jesus an sich zieht, gab sich mir direkt zu verstehen – und zugleich die Ewigkeit, denn es war eine so starke, sich dauernd steigernde Dynamik, wie ich sie sonst noch nie erlebt hatte, und zugleich die vollkommene Ruhe der Zeitlosigkeit. DAS IST UNSER ZIEL.

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Der Heilige Geist möge dich umarmen

Die Liebe Gottes zeigt sich in der Umarmung des Heiligen Geistes.

Heiliger Geist, du umarmst mich, tröstest mich und machst mich frei.
Du segnest mich, führst mich auf guten Wegen und lässt die Liebe Gottes und sein göttliches Erbarmen mich bis in die Zehenspitzen spüren.
Geist Gottes, du weitest meine Seele

Segen des Heiligen Geistes:
Der Heilige Geist segne dich, er möge dich umarmen, führe dich auf guten Wegen und lasse dir die Liebe und sein göttliches Erbarmen spüren.
Er möge dir die Seele weiten, dir Sanftheit und Freiheit zeigen und dich bewahren vor Kummer und Leid.
Der Heilige Geist möge dir deine Sinne beleben, alles zum Blühen bringen und dein Herz erfreuen.
Der Geist Gottes möge dir in der Nacht Ruhe und gute Träume spenden, dass du erwachst mit frischem Lebensmut und du erkennst: Alles wird gut.

Der Segen Gottes ist wie der Heilige Geist die Manifestation der Gegenwart Gottes. Kurt Mikula hat ein Lied geschrieben, das den Segen Gottes besingt: Der Segen Gottes möge dich umarmen. Beide, der Segen Gottes wie der Heilige Geist zeigen uns die Liebe Gottes ganz nah.

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