Der Heilige Geist im großen Glaubensbekenntnis

Wir glauben (Ich glaube) an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn angebetet
und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten.
(Gotteslob 586,2)

Der Heilige Geist schafft Gemeinschaft

Du, Heiliger Geist bist mächtig.
Du schenkst Leben und machst lebendig.
Du vereinigst Vater und Sohn.
Du gehst aus dem Vater und dem Sohn zu uns Menschen.
Du bildest mit Vater, Sohn und uns Menschen die Gemeinschaft
Du wirst mit Vater und Sohn als einziger Gott angebetet.
Du wirst mit dem Vater und dem Sohn verherrlicht.
Du hast durch die Propheten wie Elia, Moses, Jeremia und Jesaja gesprochen.

Das Nicäno-Konstantinopolitanum wird auch Großes Glaubensbekenntnis genannt. Es ist die Erweiterung des Glaubensbekenntnisses des ersten Konzils von Nicäa (325), die auf dem ersten Konzil von Konstantinopel (381) beschlossen wurde. Auf dem Konzil von Chalcedon (451) wurde es öffentlich vorgelesen und angenommen.

Basilius: Unendliche Freude durch den Heiligen Geist

Der Bischof, Asket und Kirchenlehrer Basilius der Große setzte sich gegen den Arianismus ein, der von Kaiser Valens unterstützt wurde.

Über den Heiligen Geist:
Nun wollen wir die Vorstellungen über den Geist, die uns gemeinsam sind, untersuchen, sowohl diejenigen, die von uns aus den Schriften über ihn zusammengetragen worden sind, als auch diejenigen, die wir aus der mündlichen Überlieferung der Väter erhalten haben.

Zunächst: Wer die Bezeichnungen des Geistes hört, wird der nicht in seiner Seele aufgerichtet? Hebt er nicht sein Denken zur höchsten Natur empor? Man spricht ja vom „Geist Gottes“ und vom „Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht“ (Jo 15,26), vom „geraden Geist“ und vom „lenkenden Geist“.

„Heiliger Geist“ ist die ihm eigentümliche und zukommende Bezeichnung, da das vornehmlich der Name des ganz Unkörperlichen, des rein Unstofflichen und Ungeteilten ist. Daher sagte auch der Herr, als er die Frau, die Gott an einem bestimmten Ort anbeten wollte, belehrte, dass das Unkörperliche unbegrenzt ist: „Gott ist Geist“ (Joh 4, 24).

Wer das Wort „Geist“ hört, der kann in seiner Vorstellung keine bestimmte Natur einbilden oder eine, die Wandlungen und Veränderungen unterworfen oder überhaupt der Schöpfung ähnlich ist; vielmehr erkennt er, wenn er sich mit seinen Gedanken zum Höchsten erhebt, mit Notwendigkeit ein Verstandeswesen, unendlich hinsichtlich der Kraft, unbegrenzt hinsichtlich der Größe, mit Zeiten und Ewigkeiten nicht zu messen, mit seinen Gütern freigebig.

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Augustinus: Erhelle die finsteren Winkel meiner Seele

Augustinus 354 – 430

Augustinus bittet den Geist Gottes um Licht in der Finsternis und Wasser in der Dürre.

Allmächtiger Geist, durchdringe mit deiner machtvollen Kraft das Innerste meines Herzens;
erhelle mit dem Glanz deines strahlenden Lichtes alle finsteren Winkel meiner Seele;
suche sie heim und befruchte mit reichlichem Tau, was eine lange Dürre matt und welk gemacht hat.
Erleuchte mit dem Feuer heiligen Eifers das Innerste des Gemütes und des Leibes; den ganzen Menschen kräftige neu.

Augustinus in: Walter Nigg. Mit großen Christen um den Heiligen Geist beten, München/Luzern 1976, 26

John Henry Newmans Erfahrung des Heiligen Geistes

John Henry Newman erfuhr den Heiligen Geist:

„Ich bekenne und fühle es, nicht nur aus dem Glauben heraus, sondern weil ich es wirklich erfahren habe: Ich denke keinen guten Gedanken, ich tue keinen guten Akt ohne Dich, Du bist der einzige Urheber meiner guten Sehnsüchte, Ziele, Antriebe, Versuche, Erfolge, Tugenden und Gewohnheiten“.

J. H. Newman, The Paraclete, in: Meditations and Devotions, London: Longmans, Green & Co., 1953, 310

Pater Alfred Delp: Die Sehnsucht nach dem Geist Gottes

Alfred Delp

Komm’ Heiliger Geist!
Der Heilige Geist ist der Atem der Schöpfung. Wie der Geist Gottes am Anfang über den Wassern schwebte, so und noch viel intensiver und dichter und näher rührt der Geist Gottes den Menschen an und bringt ihn zu sich selbst und über sich selbst hinaus. Theologisch ist das ganz klar.
Das Herz aller Dinge ist der Heilige Geist. Was uns Christus ähnlich macht, ist die Einwohnung des gleichen Geistes, der in ihm und in uns Prinzip des übernatürlichen Lebens ist.
Glauben, Hoffen und Lieben, die Herzschläge des übernatürlichen Lebens, sind ja nichts anderes als die Teilnahme der begnadeten Natur an der Selbstbejahung Gottes, die sich im Heiligen Geist vollendet.
So versteht man den heißen Atem des „Komm“. Es ist die erhöhte und sehr gesteigerte Adventssehnsucht, die da ruft.
Es ist der Wille aus dem Kerker, aus der Enge, der Gebundenheit herauszukommen, der dieses „Komm“ immer wieder anstimmen heißt.
Nur wer die unendliche Sehnsucht der Kreatur zugleich mit ihrer endlichen Kümmerlichkeit erfahren hat, wird diesen Flehruf echt anstimmen. Und nur so wird es wirklich ein Ruf, auf den Antwort und Erfüllung folgt.
Pater Alfred Delp, „Im Angesicht des Todes“ 1944-1945.

Alfred Delp schrieb diesen Text mit gefesselten Händen in seiner Berliner Gefängniszelle im Januar 1945, nach seiner Verurteilung durch die Nazis wegen angeblichen Hochverrats. Der Schuldspruch erfolgte am 11. Januar. Üblicherweise wurde die Hinrichtung am gleichen Tag vollzogen. Delps Hinrichtung erfolgte aus unbekannten Gründen erst am 2. Februar, dem Fest Darstellung des Herrn, damals dem Ende des Weihnachtsfestkreises.

Alfred Delp schrieb im Gefängnis über den Heiligen Geist:
„Er findet Wege und Weisen der Tröstung, er hat Arten der Aufmerksamkeit, die die Zartheit und Findigkeit menschlicher Liebe weit übertreffen.“
Aus: Alfred Delp, „Veni Sancte Spiritus“, in: Gesammelte Schriften, Bd. 4: Aus dem Gefängnis, ed. Roman Bleistein, Frankfurt (Knecht), 1984, 263-305; hier: 268 und 273

Mit Gott bin ich frei

Alfred Delp
15. September 1907 – 02. Februar 1945

Gott macht frei. Pater Alfred Delp hat am 6. Januar 1945 im Gefängnis der Nationalsozialisten mit gefesselten Händen dieses Manifest der Freiheit geschrieben:

„Der Mensch muss frei sein. Als Sklave, in Kette und Fessel, in Kerker und Haft verkümmert er. Über die äußere Freiheit hat sich der Mensch viele Gedanken und Sorgen gemacht. Das Schlimme ist, dass der Mensch sich an die Unfreiheit gewöhnt und selbst die ödeste und tödlichste Sklaverei sich als Freiheit aufreden lässt. In diesen Wochen der Gebundenheit habe ich dies erkannt, dass die Menschen immer dann verloren sind und dem Gesetz ihrer Umwelt, ihrer Verhältnisse, ihrer Vergewaltigungen verfallen, wenn sie nicht einer großen inneren Weite und Freiheit fähig sind. Wer nicht in einer Atmosphäre der Freiheit zu Hause ist, die unantastbar und unberührbar bleibt, allen äußeren Mächten und Zuständen zum Trotz, der ist verloren. Der ist aber auch kein wirklicher Mensch, sondern Objekt, Nummer, Statist, Karteikarte.
Dieser Freiheit wird der Mensch nur teilhaft, wenn er seine eigenen Grenzen überschreitet.
Die Geburtsstunde der menschlichen Freiheit ist die Stunde der Begegnung mit Gott.“

Im Gefängnis schrieb er auch:
„Das Klare suchen, das Wahre tun, die Liebe leben: Das wird uns gesund machen.
Das gebeugte Knie und die leeren Hände sind die beiden Urgebärden des freien Menschen.“

„Die Freiheit ist der Atem des Lebens.“

„Damit der Heilige Geist durch euch das Angesicht der Erde erneuern kann“

Maria, erfüllt vom Heiligen Geist zu Pfingsten

Die Botschaft von Maria in Medjugorje vom 25. Juni 2019 ermächtigt die Gläubigen. Der Heilige Geist soll durch sie wirken und das Angesichts der Erde erneuern können.

Liebe Kinder! Ich danke Gott für jeden von euch. Auf besondere Weise, meine lieben Kinder danke ich euch, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid. Ich bereite euch für neue Zeiten vor, damit ihr fest im Glauben und beständig im Gebet seid, so dass der Heilige Geist durch euch wirken und das Angesicht der Erde erneuern kann. Ich bete für euch und für den Frieden, der das wertvollste Geschenk ist. (25. Juni 2019)
Am 25. Juni 2021 werden viele das 40 jährige Jubiläum der Erscheinungen von Medjugorje feiern.

Das Gebet zum Heiligen Geist

Dies ist ein ein Gebet, das vor und nach jeder Sitzung eines Konzils gebetet wird. Es ist aber ein Gebet, das bei jeder Zusammenkunft von allen Christinnen und Christen in der Gemeinden und den Diözesen gebetet werden soll. Denn der Heilige Geist ist in die Herzen von uns allen, nicht nur den Bischöfen, ausgegossen.

Adsumus – hier sind wir, Herr, Heiliger Geist.
Hier sind wir, mit großen Sünden beladen,
doch in deinem Namen ausdrücklich versammelt.
Komm in unsere Mitte, sei uns zugegen,
ergieße dich mit deiner Gnade in unsere Herzen!

Lehre uns, was wir tun sollen,
weise uns, wohin wir gehen sollen,
zeige uns, was wir wirken müssen,
damit wir durch deine Hilfe dir in allem wohl gefallen!

Du allein sollst unsere Urteile wollen und vollbringen,
denn du allein trägst mit dem Vater und dem Sohne
den Namen der Herrlichkeit.
Der du die Wahrheit über alles andere liebst,
lass nicht zu, dass wir durcheinanderbringen, was du geordnet hast!

Unwissenheit soll uns nicht irre leiten,
Beifall der Menschen nicht verführen,
Bestechlichkeit und falsche Rücksichten sollen uns nicht verderben.
Deine Gnade allein möge uns binden an dich.
Lass uns eins sein in dir und nicht abweichen von der Wahrheit.

Wie wir in deinem Namen versammelt sind,
so lass uns auch in allem, vom Geist der Kindschaft geführt,
festhalten an der Gerechtigkeit des Glaubens,
dass unser Denken hier nie uneins werde mit dir,
und dass wir in der kommenden Welt
für rechtes Handeln ewigen Lohn empfangen.

Amen.

Die Übermacht des Rechts unterdrückt die Dynamik des Heiligen Geistes

Die Kirchenkrise verschärft die Glaubenskrise

Die Gotteskrise und damit die Glaubenskrise ist nicht nur durch die Neuzeit und die Moderne ausgelöst worden. Es fehlte eine Besinnung der christlichen Kirchen auf die Dynamik, die der Heilige Geist der jungen Kirche durch Pfingsten gegeben hat. Gerade im römischen Reich war die Juristik, die Rechtswissenschaft, eine beherrschende Praxis, die von der Kirche übernommen wurde. Da ist die Wirkung der Theologen, die die Dynamik des Heiligen Geistes lehrten, wie Basilius der Große, im Laufe der Geschichte verpufft. Heute erleben wir die Auswirkungen der Ohnmacht des Heiligen Geistes gegenüber der Übermacht des heiligen Rechtes. Dabei wird von der Theologie immer wieder die Forderung nach Glaubenserneuerung gestellt, ohne zu erkennen, dass die Struktur der Kirche und ihr Kirchenrecht eine Form der Verkündigung darstellt. Kirche ist nach dem 2. Vatikanischen Konzil Zeichen und Werkzeug des Heils. Da sind die Liturgie, die Pastoral und das Kirchenrecht als Handlungen der Kirche von der Dynamik des Heiligen Geistes zu durchdenken.

Michael Böhnke arbeitet an einer grundlegenden Lehre über die Kirche und den Heiligen Geist. In seinem ersten Buch „Kirche in der Glaubenskrise“ schreibt er: Es mag sein, dass die Gotteskrise der Neuzeit, der Moderne und der Postmoderne die gegenwärtige Kirchenkrise erst ermöglicht hat. Zweifelsfrei jedoch hat die gegenwärtige Kirchenkrise die Gotteskrise verschärft.“[1]

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Die Nähe Gottes und der Heilige Geist

Zu behaupten, Jesus ist uns nahe, ist zwar für einige bedeutsam, aber die Erklärung aus der dramatischen Geschichte fehlt.

Wie nahe ist uns der Geist Gottes?

Gott ist uns nahe, aber man soll sich diese Manifestationen der Nähe Gottes genauer anschauen. Da bläst Gott dem Menschen in die Nase Lebensatem ein (Gen 2,7). Da kommen drei Männer als der eine Gott zu Abraham, da kämpft Jakob eine Nacht mit Gott, da brennt Gott im Dornbusch bei Moses, da erfährt Elias ihn als Säuseln des Windes, da ruft Jeremia den Gottesgeist, damit die Toten lebendig werden, da legt Gott auf den Gottesknecht bei Jesaja seinen Geist. Da ist überall der Geist sehr nahe den Menschen. Ja, je näher die Geschichte zu Jesus rückt, umso mehr wird Gottes Nähe als Geist Gottes genannt. Menschen machen Erfahrungen der Nähe Gottes, die entweder den Geist rufen (Jeremia) oder die in der Früh schon nach den Weisungen des Herrn fragen, wie bei Jesaia.

Jesus wurde vom Geist in die Wüste geführt:
Erfüllt vom Heiligen Geist, kehrte Jesus vom Jordan zurück. Er wurde vom Geist in der Wüste umher geführt, vierzig Tage lang (Lukas 4,1-2a).

Warum sollte die Geschichte mit dem Abschied Jesu und seinem Aufstieg zum Vater zu Ende sein? Da ist es doch sinnvoll, dass der Heilige Geist diejenigen, die Jesus nachfolgen, erfüllt und führt. Er ist uns mit seinem Wohlwollen nahe. Er ist uns näher als wir uns sind.