Der Weinstock und der göttliche Lebenssaft

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Jesus spricht von einer innigen Beziehung wenn er sagt: Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben. Jesus hatte den Heiligen Geist als Begleiter seiner Handlungen. Als er starb, ging er zum Vater und sandte uns den Heiligen Geist, der die Gegenwart Gottes bewirkt und die Erlösung weitertreibt. Das Johannesevangelium bringt das Gleichniswort „Ich bin der wahre Weinstock.“ Ich frage mich, inwiefern man im Weinstock-Handeln Jesu den Heiligen Geist bemerkt und welche Gemeinsamkeiten es mit unserem Handeln gibt.

An Hand des Weinstockvergleiches möchte ich in einem Dreischritt untersuchen, wie Jesus und sein Vater handelt, wie darin der Geist erkennbar wird und was es für das Handeln von uns Menschen bedeutet.

  • Jesus ist der wahre Weinstock. Die Wahrheit ist im Judentum eine Handlung, ist Leben. In der Wahrheit leben heißt in der Treue Gottes leben. Das heißt, mit Gott leben. Jesus ist der treue Weinstock, der stirbt, aber seine Aufgaben seinem Nachfolger, dem Heiligen Geist übergibt. Für unser Handeln im Geiste heißt das, dass wir lernen, mit dem Heiligen Geist zu leben. Er erinnert uns nicht nur an Jesus, sondern macht ihn präsent.
  • Jesus ist der Weinstock, wir sind seine Reben. Jesus lässt die Gnade zu den Jüngerinnen und Jünger fließen. Dieser Gnadenstrom ist das lebendige Wasser des Heiligen Geistes. Dieses Lebenswasser des Gottesgeistes ist auch das Blut, das aus der Seitenwunde des Verstorbenen Jesus am Kreuz fließt. Es fließt auf die ganze Menschheit. Es fließt es vom Kreuz in das Grab Adams, der Repräsentant der Menschheit. Der Gottesgeist macht den Menschen lebendig. Für unser Handeln im Geiste heißt das, dass wir uns durch den Gnadenstrom taufen lassen.
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Der Heilige Geist bei Bischöfen und Priestern

Wenn sich jemand in der katholischen Kirche zum Priester weihen lässt, dann ist das zentrale Weihegebet ein Gebet zum Heiligen Geist. Das habe ich nicht gewusst.

Es ist „das Gebet der Kirche, welches der Bischof im Namen aller spricht“[1].
Papst Pius XII hat das in der Apostolischen Konstitution Sacramentum Ordinis bestimmt.[2]

Die heutige Form mit der Herabrufung des Heiligen Geistes wurde von der Kongregation für den Gottesdienst und das Sakramentenrecht 1989 bestimmt.“[3]

Bei der Diakonatsweihe lautet das Gebet: „Sende auf sie herab, o Herr, den Heiligen Geist. Seine siebenfältige Gnade möge sie stärken, ihren Dienst getreu zu erfüllen.“

Bei der Priesterweihe lautet das Gebet: „Allmächtiger Vater, wir bitten dich, gib diesen deinen Dienern die Würde des Priestertums. Erneuere in ihnen den Geist der Heiligkeit. Das Amt, das sie aus deiner Hand, o Gott, empfangen, die Teilhabe am Priesterdienst, sei ihr Anteil für immer. So sei ihr Leben für alle Vorbild und Richtschnur.“

Bei der Bischofsweihe lautet das Gebet: „Gieße jetzt aus über deinen Diener, den du erwählt hast, die Kraft, die von dir ausgeht, den Geist der Leitung. Ihn hast du deinem geliebten Sohn Jesus Christus gegeben, und er hat ihn den Aposteln verliehen. Sie haben die Kirche an den einzelnen Orten gegründet als dein Heiligtum, zur Ehre und zum unaufhörlichen Lob deines Namens.“

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Der Heilige Geist im Gottesdienst

Wenn ich am Sonntag in den Gottesdienst gehe, treffe ich Menschen, die an Jesus glauben. Im Tabernakel, dem Allerheiligsten, ist Jesus durch das Brot als sein Leib anwesend. Deswegen brennt das ewige Licht. Was ich bis vor Kurzem nicht realisiert habe ist, dass sich die Anwesenheit Gottes im Heiligen Geist manifestiert.

Paulus schreibt an die Korinther: Keiner, der aus dem Geist redet, sagt: Jesus sei verflucht! Und keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet.“ (1Kor 12,3) Das ist doch eigenartig. Wer also Jesus Christus als göttlichen Herrn sieht, hat den Heiligen Geist, aus dem redet. Wenn man weiter sucht findet man Folgendes:

Die Erneuerung der Liturgie durch das 2. Vatikanische Konzil geht einher mit der Anrufung des Heiligen Geistes. Die Konstitution über die heilige Liturgie, Sacrosanctum Concilium (SC)[1] schreibt: Die Menschen „empfangen den Geist der Kindschaft, „indem wir Abba, Vater, rufen“ (Röm 8,15)“ Über den Gottesdienst mit den Gebeten, der Verkündigung und die Eucharistie wird gesagt: „All das aber geschieht in der Kraft des Heiligen Geistes.“

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Vergisst die Kirche den Geist?

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Es ist eine Katastrophe. Da wird öffentlich über Kirchenreform diskutiert, aber die zentralen Kriterien, was Kirche ist, nicht beachtet. Das Zweite Vatikanische Konzil ist vergessen. Es hat aber formuliert, wie die Kirche über sich selbst denkt. In der Diskussion über die Reform der Kirche wird das vergessen, ist aber als Richtungsangabe voll entscheidend. Zentral dabei ist die Dogmatische Konstitution über die Kirche, Lumen Gentium. Das 8. Kapitel ist ein Schlüsseltext, da in ihm die Aussagen der vorherigen Kapitel zusammengefasst werden.

Hier der Text bis zur „Leitung der Kirche“:
Der einzige Mittler Christus hat seine heilige Kirche, die Gemeinschaft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, hier auf Erden als sichtbares Gefüge verfaßt und trägt sie als solches unablässig; so gießt er durch sie Wahrheit und Gnade auf alle aus. Die mit hierarchischen Organen ausgestattete Gesellschaft und der geheimnisvolle Leib Christi, die sichtbare Versammlung und die geistliche Gemeinschaft, die irdische Kirche und die mit himmlischen Gaben beschenkte Kirche sind nicht als zwei verschiedene Größen zu betrachten, sondern bilden eine einzige komplexe Wirklichkeit, die aus menschlichem und göttlichem Element zusammenwächst. Deshalb ist sie in einer nicht unbedeutenden Analogie dem Mysterium des fleischgewordenen Wortes ähnlich. Wie nämlich die angenommene Natur dem göttlichen Wort als lebendiges, ihm unlöslich geeintes Heilsorgan dient, so dient auf eine ganz ähnliche Weise das gesellschaftliche Gefüge der Kirche dem Geist Christi, der es belebt, zum Wachstum seines Leibes (vgl. Eph 4,16).

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Frauen können das Hochgebet in der Messe sprechen. Synodaler Weg, Universität Erfurt

Die katholische Kirche erlebt momentan zahlreiche Debatten, die theologisch mit vielfältigen Herausforderungen verbunden sind: verpasste Reformen der Vergangenheit, verschleppte Probleme wie beispielsweise einflussreichere Rollen von Frauen in der Kirche, der gesamte Komplex des sexuellen Missbrauchs. Sie hängen aber auch mit Aufbrüchen zusammen, für die der Synodale Weg oder neue Initiativen im Feld der Ökumene stehen können; bei letzterem ist insbesondere an das Votum des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen (ÖAK) „Gemeinsam am Tisch des Herrn“ zu denken.

Prof. Dr. Benedikt Kranemann bespricht einen Artikel von Prof. Dr. Jan-Heiner Tück und kommt zu überraschenden Ergebnissen.

Frauen können das Hochgebet in der Messe sprechen. Dieses erinnert, vergegenwärtigt und bittet um den Geist Gottes. Es bindet die Feiernden in die Geschichte Gottes mit den Menschen ein. Die Bitte um den Geist zeigt, dass ein Handeln Gottes passiert. Die Eucharistie ist kein Rollenspiel. Frauen als Priesterinnen würden das eucharistische Hochgebet im Namen der Kirche auch sprechen können.

Quelle zum Weiterlesen: Frauen, Kirche, Liturgie, Macht, Synodaler Weg, Amt: Universität Erfurt, Blog der Katholisch-Theologische Fakultät 

Das eucharistische Gebet besteht aus der Epiklese und der Anamnese. Die Epiklese ist die Bitte an den Heiligen Geist, tätig zu werden und die Anamnese ist das Vergegenwärtigen des vergangenen Heilshandeln von Gott mit Israel, Jesus, der Kirchengeschichte und dem Heiligen Geist. (HD)

Jesus, dein Licht

In der letzten Zeit fällt mir immer wieder das Lied mit diesem Titel ein. Der Text ist nach Joh 1,5; 3,19-21 und 2 Kor 3,18 gestaltet. Text der ersten Strophe und Refrain lauten in der deutschen Fassung so:

        „Herr, das Licht deiner Liebe leuchtet auf,
        strahlt inmitten der Finsternis für uns auf.
        Jesus, du Licht der Welt, sende uns dein Licht.
        Mach uns frei durch die Wahrheit, die jetzt anbricht.
        Sei mein Licht, sei mein Licht!

        Jesus, dein Licht füll dies Land mit des Vaters Ehre!
        Komm, heil’ger Geist, setz die Herzen in Brand!
        Fließ, Gnadenstrom, überflute dies Land mit Liebe!
        Sende dein Wort, Herr, dein Licht strahle auf!“

Die Kraft des Lieds liegt im Zusammenspiel von Text und Musik. Leider finde ich keine akzeptable deutsche Aufnahme. Hier eine gute Aufnahme des englischen Originals: Shine, Jesus, Shine (Link).

Wer beim Hören des Lieds sein Herz für diese Kraft öffnen kann, bekommt eine Vorstellung davon, was in uns und mit uns vorging, ab dem Jahr 1977, als Johann Koller, der römisch-katholische Pfarrer von Wien-Hernals, ein Seminar bei Heribert Mühlen besucht hatte, vom heiligen Geist ergriffen wurde und zum Österreich-Leiter der charismatischen Gemeindeerneuerung ernannt wurde. Er wollte in diesem Sinn seine Pfarrgemeinde erneuern. Wie Jesus als Erstes zwölf Jünger berufen hatte, berief nun er zwölf Personen, Männer und Frauen, und führte sie durch ein solches Seminar. Ich war einer von den zwölf. Wir lieferten uns Gott aus, beteten um Heilung unserer Erinnerungen und Erwartungen, erneuerten unsere Wassertaufe und wurden zur Teilhabe an der Geisttaufe Jesu geführt. Dann begleiteten wir andere in weiteren Seminaren.

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Papst Franziskus denkt vom Heiligen Geist her.

In seinem Brief „Spiritus Domini“ beginnt Franziskus mit „Der Geist des Herrn Jesus“, den er als Quelle des Lebens und als Quelle der Sendung der Kirche sieht. Der Geist des Herrn Jesus ist der Heilige Geist. Das bricht mit der Vorstellung, dass allein Jesus Christus für die Kirche die Quelle der Lebens und die Quelle der Sendung ist. Die Bischöfe sahen und sehen sich oft noch heute als Repräsentanten von Jesus Christus als Herrscher der Kirche. Da bricht Papst Franziskus wie auch das 2. Vatikanische Konzil und die letzten Päpste wie Paul VI mit dieser Vorstellung.

Er schreibt, dass der Heilige Geist den Gliedern des Gottesvolkes Gaben austeilt. Mit dem Gottesvolk ist nach dem 2. Vatikanum nicht nur die römisch-katholische Kirche gemeint, sondern alle Getauften. An dieses Volk Gottes teilt der Geist des Herrn Jesus „Gaben aus, die jede und jeden befähigen, auf unterschiedliche Weise zur Erbauung der Kirche und zur Verkündigung des Evangeliums beizutragen.“ Es ist der Glaube der Kirche, dass jede und jeder Getaufte durch den Geist Gaben, sogenannte „Charismen“ in Hülle und Fülle geschenkt bekommt.

Jetzt macht Franziskus einen Schwenk und nennt die Charismen Ämter. Nun sind aber nicht alle Gaben, alle Charismen des Heiligen Geistes Ämter. Es gibt, so schreibt Franziskus, Charismen, die von der Kirche öffentlich anerkannt und eingesetzt sind, diese werden Ämter genannt.

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Die Bitte um den Heiligen Geistes in der Eucharistie

Ohne die Bitte um den Heiligen Geist kann in der Kirche und in der Welt wenig Sinnvolles geschehen.

Die Bitte um den Heiligen Geist, die „Epiklese“, geschieht im 2., 3. und 4. Hochgebet. Sie wird vor und nach der Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu gebetet. Diese Erzählung ist keine reine Erinnerung, sondern eine Vergegenwärtigung des Ereignisses, eine „Anamnese“. Die reale Anwesenheit Christi in Brot und Wein geschieht durch den Heiligen Geist, der einerseits die Manifestation der Anwesenheit Gottes darstellt und andererseits die Verbindung zwischen den Gläubigen, Christus und dem Vater herstellt. Er schafft Gemeinschaft und Gegenwart. Ohne Epiklese, der Bitte um den Heiligen Geist und der Anamnese, der vergegenwärtigenden Erinnerung kann man die Eucharistie nicht verstehen, Epiklese. Anamnese.

Das zweite Hochgebet:

Die 1. Epiklese geschieht vor der Anamnese:
Ja, du bist heilig, großer Gott, du bist der Quell aller Heiligkeit. Darum bitten wir dich: Sende deinen Geist auf diese Gaben herab und heilige sie, damit sie uns werden Leib und Blut deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus.

Die 2. Epiklese geschieht nach der Anamnese:
Darum, gütiger Vater, feiern wir das Gedächtnis des Todes und der Auferstehung deines Sohnes und bringen dir so das Brot des Lebens und den Kelch des Heiles dar. Wir danken dir, dass du uns berufen hast, vor dir zu stehen und dir zu dienen. Wir bitten dich: Schenke uns Anteil an Christi Leib und Blut und lass uns eins werden durch den Heiligen Geist.

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Die Bitte um den Heiligen Geist in der Taufe

Lobpreis und Anrufung Gottes über dem Wasser:
Lasst uns beten zu Gott, dem allmächtigen Vater, dass er diesem Kind aus dem Wasser und dem Heiligen Geist neues Leben schenke. 
Wir preisen dich, Gott, allmächtiger Vater; denn du hast Christus bei seiner Taufe im Jordan geheiligt in deinem Geist, in dem auch wir geheiligt werden. Wir loben dich.
Heilige dieses Wasser, damit dieses Kind im Heiligen Geist wiedergeboren wird und deinem Volk angehört. Erhöre uns, o Herr.

Taufe:
N., ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Quelle: Diözese Eisenstadt