Kirchenreform: Was riskieren wir? | CHRIST IN DER GEGENWART

Die Reformdebatte in der katholischen Kirche duldet keinen weiteren Aufschub. Es braucht jetzt dringend noch mehr: eine Reformoffensive. Der „synodale Weg“ in Deutschland und die Amazonas-Synode im Vatikan wollen Zeichen setzen. Doch der Widerspruch ist enorm. Ein jesuitischer Aufschrei in christlich dramatischer Zeit.

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Wolf: Zölibat ist „Risikofaktor“ beim Thema sexueller Missbrauch

Der Münsteraner Kirchenhistoriker Hubert Wolf sagte in Wien: Die Aufhebung des Pflichtzölibats wäre mit der Tradition der Kirche vereinbar – der Missbrauch stellt eine „prinzipielle Anfrage ans System Männerkirche“.

Dieser „Männerkirche“ liege ein Priesterbild zugrunde, welches dem Priester gegenüber dem Laien eine „herausgehobene Sonderstellung“ zuspreche und diese u.a. mit dem Zölibat verknüpft. Dies begünstige insgesamt den sexuellen Missbrauch, führte Wolf unter Verweis auf die von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Auftrag gegebene Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige“ (MHG-Studie) aus.

Ein Blick in die Kirchengeschichte zeigt, dass sexueller Missbrauch eine lange Geschichte innerhalb der Kirche habe und tatsächlich „eng mit der Geschichte der herausgehobenen Sonderstellung der priesterlichen Lebensform und damit auch mit der Geschichte des Zölibats verbunden ist.“

Zugleich ermutigte Wolf die Teilnehmer der derzeit in Rom tagenden Amazonien-Synode dazu, Schritte in Richtung „viri probati“ zu gehen, da dies mit der kirchlichen Tradition vereinbar sei.

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