Palmsonntag: Der Esel, der Feigenbaum und der Tempel – Es wird alles neu im Heiligen Geist

Hans Holbein der Ältere: Einzug Christi in Jerusalem

Erfüllt vom Heiligen Geist geht Jesus nach Jerusalem. Dort wird Gott angebetet und ihm werden Unmengen von Tieren geopfert. Als Netzwerker organisiert er sich einen jungen Esel, auf dem noch nie jemand gesessen ist. Es ist ein Tier des Friedens, auf dem er als erster sitzt. Es ist ein Neubeginn. Eine Neuschöpfung, wie es der Schöpfergeist macht. Die Jünger legen ihre Kleider auf das Tier und er setzt sich darauf. (Markus 11,7). Viele breiten ihre Kleider auf den Weg aus. Ein König kommt. Andere breiten Büschel auf dem Weg aus, die sie von den Feldern abgerissen hatten. Die Leute, die vor ihm hergingen und die ihm nachfolgten, schwenken Palmzweige und rufen: „Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn! Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das nun kommt. Hosanna in der Höhe!“

Jesus will eine Sammlung der Menschen Israels und dieser Einzug in Jerusalem soll dafür ein Zeichen sein. Er zieht als Messias in Jerusalem ein, geht in den Tempel, schaut sich das alles an und verlässt die Stadt. Was ist geschehen? Sah er, dass er nur ganz wenige Juden überzeugen konnte, dass das Gebet und der Glaube an Gott wichtiger sind als der Tempelbetrieb? Wichtiger sind die Früchte des Glaubens?

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Franziskus: Die Asche des Jammers und der Resignation verbrennt. Das Feuer des Heiligen Geistes.

Papst Franziskus schreibt zum Aschermittwoch, dem Beginn der Fastenzeit:

Kehren wir zurück zum Geist, der lebendig macht, zum Feuer, das unsere Asche wiederauferstehen lässt. Beten wir wieder zum Heiligen Geist, entdecken wir wieder neu das Feuer des Lobpreises, das die Asche des Jammers und der Resignation verbrennt.
Heute neigen wir unser Haupt, um die Asche zu empfangen. Fastenzeit heißt demütig hinabsteigen in uns selbst und zu den anderen. Sie bedeutet zu verstehen, dass die Erlösung nicht ein Hinaufsteigen zum Ruhm ist, sondern ein Hinabsteigen aus Liebe.
Wir beginnen den Weg der Fastenzeit. An seinem Anfang stehen die Worte des Propheten Joël, welche die Richtung angeben, der wir folgen sollen: »Kehrt um zu mir von ganzem Herzen« (Joël 2,12). Die Fastenzeit ist eine Rückkehr zu Gott. (Drei Tweets vom 17.2.2021)
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Den Geist Gottes rufen

Geist, komm herbei von den vier Winden!

Der Prophet Ezechiel bekommt von Gott den Auftrag, den Geist Gottes in die Gebeine der Toten zu bringen und sie wieder lebendig zu machen.
Ezechiel spricht:
Die Hand des HERRN legte sich auf mich und er brachte mich im Geist des HERRN hinaus und versetzte mich mitten in die Ebene. Sie war voll von Gebeinen. Er führte mich ringsum an ihnen vorüber und siehe, es waren sehr viele über die Ebene hin; und siehe, sie waren ganz ausgetrocknet. Er fragte mich: Menschensohn, können diese Gebeine wieder lebendig werden? Ich antwortete: GOTT und Herr, du weißt es. Da sagte er zu mir: Sprich als Prophet über diese Gebeine und sag zu ihnen: Ihr ausgetrockneten Gebeine, hört das Wort des HERRN! So spricht GOTT, der Herr, zu diesen Gebeinen: Siehe, ich selbst bringe Geist in euch, dann werdet ihr lebendig. Ich gebe euch Sehnen, umgebe euch mit Fleisch und überziehe euch mit Haut; ich gebe Geist in euch, sodass ihr lebendig werdet. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.

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Ich werde meinen Geist ausgießen

Die Ausgießung des Geistes passiert heute, wenn wir den Geist herabrufen. Dann passiert das, was Gott durch den Propheten Joel vorausgesagt hat:
Danach aber wird Folgendes geschehen: Ich werde meinen Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein, eure Alten werden Träume haben und eure jungen Männer haben Visionen. Auch über Knechte und Mägde werde ich meinen Geist ausgießen in jenen Tagen. Ich werde wunderbare Zeichen wirken am Himmel und auf der Erde: Blut und Feuer und Rauchsäulen. Die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, ehe der Tag des HERRN kommt, der große und schreckliche Tag. Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des HERRN anruft, wird gerettet. Denn auf dem Berg Zion und in Jerusalem gibt es Rettung, wie der HERR gesagt hat, und wen der HERR ruft, der wird entrinnen. (Joel 3)

Die Nähe Gottes und der Heilige Geist

Zu behaupten, Jesus ist uns nahe, ist zwar für einige bedeutsam, aber die Erklärung aus der dramatischen Geschichte fehlt.

Wie nahe ist uns der Geist Gottes?

Gott ist uns nahe, aber man soll sich diese Manifestationen der Nähe Gottes genauer anschauen. Da bläst Gott dem Menschen in die Nase Lebensatem ein (Gen 2,7). Da kommen drei Männer als der eine Gott zu Abraham, da kämpft Jakob eine Nacht mit Gott, da brennt Gott im Dornbusch bei Moses, da erfährt Elias ihn als Säuseln des Windes, da ruft Jeremia den Gottesgeist, damit die Toten lebendig werden, da legt Gott auf den Gottesknecht bei Jesaja seinen Geist. Da ist überall der Geist sehr nahe den Menschen. Ja, je näher die Geschichte zu Jesus rückt, umso mehr wird Gottes Nähe als Geist Gottes genannt. Menschen machen Erfahrungen der Nähe Gottes, die entweder den Geist rufen (Jeremia) oder die in der Früh schon nach den Weisungen des Herrn fragen, wie bei Jesaia.

Jesus wurde vom Geist in die Wüste geführt:
Erfüllt vom Heiligen Geist, kehrte Jesus vom Jordan zurück. Er wurde vom Geist in der Wüste umher geführt, vierzig Tage lang (Lukas 4,1-2a).

Warum sollte die Geschichte mit dem Abschied Jesu und seinem Aufstieg zum Vater zu Ende sein? Da ist es doch sinnvoll, dass der Heilige Geist diejenigen, die Jesus nachfolgen, erfüllt und führt. Er ist uns mit seinem Wohlwollen nahe. Er ist uns näher als wir uns sind.

Die Predigt des Papstes zum Abschluss der Amazonas-Synode: Amazonas-SynodeSinodoAmazonico – 16ª Congregazione generale: Parole a braccio del Santo Padre Francesco a conclusione dei lavori dell’Assemblea Speciale del Sinodo dei Vescovi per la regione Panamazzonica

Quelle: #SinodoAmazonico – 16ª Congregazione generale: Parole a braccio del Santo Padre Francesco a conclusione dei lavori dell’Assemblea Speciale del Sinodo dei Vescovi per la regione Panamazzonica

Buchbesprechung: Priester – König – Prophet | Christ in der Gegenwart

Prophetinnen, Königinnen, Priesterinnen, Diakoninnen

Der Theologe Thomas Ruster denkt das geistliche Amt neu.

Muss das geistliche Amt, insbesondere der katholischen Kirche, „monokratisch“ in einer einzigen Person vereinigt sein? In frühchristlichen Zeiten war es nicht so. Es gab unter anderem Lehrer und Propheten, Leiter und Leiterinnen von Gemeinden und darüber hinaus im Kontext der sakramentalen kultischen Entwicklung, etwa der eucharistischen Liturgie des Herrenmahls, auch jene Personen, die priesterlich tätig wurden. Der Theologe Thomas Ruster schlägt vor, sich in Zeiten einer schweren Krise des Glaubens, der Verkündigung wie des besonderen Priestertums auf die ursprüngliche Pluralität, ja „Arbeitsteilung“ zurückzubesinnen. Er denkt an eine Auffächerung des Amtes in drei Ämter gemäß der Chrisamsalbung jedes Getauften zum Priester, König und Propheten, wie es im Gebet des entsprechenden Ritus heißt. Die im Amt des Priesters vereinten Aufgaben des Lehrens (Prophet), Heiligens (Priester) und Leitens (König) könnten bei einer Aufteilung der Dienste den Geistlichen nicht nur entlasten, sondern im Sinne einer Machtbalance – „Balance of Powers“ – und Gewaltenteilung das Glaubensleben der ganzen Gemeinde inspirieren, dem Gottesvolk vor Ort Dynamik verleihen.

Laut Ruster wäre für jedes dieser drei Ämter eine Ordination vorzusehen, die als „Weihe“ gleichrangig und gleichgewichtig ist. Die betroffene Person wäre nicht nur „berufen“, sondern sie würde von der jeweiligen Gemeinde, die nicht die klassische Territorial-Pfarrgemeinde sein muss, zum besonderen Dienst und Auftrag gerufen. Der Bischof hätte die Eignung zu prüfen und die Ordination vorzunehmen. Die entsprechende Beauftragung wäre auf Zeit begrenzt und auf die betreffende Gemeinde bezogen.

 

Quelle: Buchbesprechung: Priester – König – Prophet | CHRIST IN DER GEGENWART