Die kleine Minderheit, die regelmäßig fliegt, schadet der Umwelt extrem

Vielen Schätzungen zufolge liegt der Anteil der Luftfahrt an den globalen CO2-Emissionen bei etwas mehr als 2 Prozent. Auch die Branche selbst erkennt diese Zahl weitgehend an.

Aber sie ist irreführend, sagt Stefan Gössling. Er ist Professor an den Universitäten Lund und Linné und Ko-Herausgeber des Buchs „Climate Change and Aviation: Issues, Challenges and Solutions“. „Das ist nur die halbe Wahrheit.“

Andere Luftfahrtemissionen wie Stickoxid, Wasserdampf, Feinstaub, Kondensstreifen und Veränderungen in Zirruswolken haben einen zusätzlichen Erwärmungseffekt.

Der Beitrag der Branche zur Erderwärmung ist mindestens doppelt so groß, wie der des CO2 für sich alleine genommen“, sagt Gössling gegenüber DW. Er schätzt den gesamten Beitrag zum Klimawandel auf mindestens 5 Prozent.

IATA-Sprecher Chris Goater dagegen sagt, die wissenschaftliche Basis dieses sogenannten Strahlungsantriebs sei „unbewiesen.“

Aber selbst wenn wir die Zahl von 2 Prozent Emissionen akzeptieren, verursacht von nur 3 Prozent der Weltbevölkerung, die vergangenes Jahr geflogen sind, verantwortet eine relativ kleine Gruppe einen überproportional großen Teil der weltweiten Emissionen.

Vor ein paar Jahren berechnete die Umwelt-NGO „Germanwatch“, dass ein Mensch, der einmal von Deutschland in die Karibik fliegt und zurück, genauso viele der schädlichen Emissionen verursacht, wie 80 durchschnittliche Einwohner Tansanias in einem gesamten Jahr: etwa 4 Tonnen CO2.

„Individuell betrachtet, gibt es keine andere menschliche Aktivität, die in so einer kurzen Zeit so viele Emissionen verursacht wie die Luftfahrt, weil sie so energieintensiv ist“, erklärt Gössling.

Der Kohlenstoff-Fußabdruck-Rechner des WWF  ist diesbezüglich sehr lehrreich. Wenn man der größte Umweltschützer der Welt wäre – ein veganer Solarzellen-Fan, der mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt – aber immer noch von Zeit zu Zeit fliegen würde, sähe man plötzlich gar nicht mehr so grün aus.

Selbst bei ansonsten vorbildlichem Verhalten würden zwei hypothetische Kurzstreckenflüge und ein Langstreckenflug im Jahr ausreichen, um den Umweltschützer zum Klimasünder zu machen.

Neue Technologien allein sind nicht die Lösung …

Quelle und zum Weiterlesen: Deutsche Welle: Der Klimawandel und das Fliegen 
Kohlenstoff-Fußabdruck-Rechner des WWF 
Zeit Online: Fernreisen – Auf der Suche nach dem verlorenen Sinn. Wir müssen uns vom Vielfliegen verabschieden.