Jesus musste gehen, damit der Geist kommen konnte

Christi Himmelfahrt

In seiner dritten Abschiedsrede sagt Jesus: Ich habe es euch aber gesagt, damit ihr euch, wenn die Stunde kommt, daran erinnert, dass ich es euch gesagt habe. Das habe ich euch nicht gleich zu Anfang gesagt; denn ich war ja bei euch. Jetzt aber gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du? Vielmehr hat Trauer euer Herz erfüllt, weil ich euch das gesagt habe. Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden (Johannes 17,4-7).

Jesus geht zum Vater und lässt die Jünger allein zurück. Wir feiern Christi Himmelfahrt 40 Tage nach Ostern. Danach ist Jesus beim Vater und wir sind allein. 10 Tage sind wir ohne die Nähe Gottes. Wir sind von Gott und Jesus Verlassene. Er musste sterben und nach der Auferstehung und seinen Erscheinungen musste er endgültig zum Vater gehen.

Er geht den Weg wie ihn jeder Mensch geht. Nicht ganz. Denn er wurde in seinem Leben begleitet vom Heiligen Geist. Schon bei seiner Zeugung war der Heilige Geist bei Maria. Dann bei der Taufe im Jordan kam Gottes Geist auf ihn herab und in der Synagoge von Nazaret sagte er von sich: Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn er hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe (Lukas 4,18f). Er war erfüllt vom Heiligen Geist. Aber nach seinem Heimgang zum Vater waren die Jünger ohne ihn und auch ohne den Heiligen Geist. Sie hatten zwar nicht so große Angst wie bei der Kreuzigung Jesu, aber sie verschlossen die Türen. 10 Tage erleben wir wie die Jünger diese Abwesenheit Jesu.

Seine Abwesenheit wird uns auch später immer wieder begleiten. Auch wenn er sagte: „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Das ist im Zusammenhang mit der Bitte an den Vater gesagt: „Weiter sage ich euch: Was auch immer zwei von euch auf Erden einmütig erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Matthäus 18,18-20). Trotz dieser Zusage ist die Nähe des Heiligen Geistes erfahrbarer.

Die 10 Tage Abwesenheit Jesu nach Christi Himmelfahrt ist eine wichtige Einstimmung auf das Kommen des Heiligen Geistes zu Pfingsten.

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