Ist die Kirche auf der Flucht vor dem Heiligen Geist?

Michael Böhnke, Professor aus dem bewegenden Wuppertal bringt mir eine Sichtweise, die meinem christlichen Leben Geist und Kraft gibt. Seine drei Bücher über den Heiligen Geist haben mich begeistert. Sie holen Vergessenes in die Gegenwart und beantworten Fragen, die im Christentum so noch nie beantwortet wurden. Für meinen Blog hat er einen Vortrag zur Verfügung gestellt, den er 2016 vor der Seelsorgeamtsleiterkonferenz gehalten hat und der seine aktuellen Untersuchungen darstellt. (HD)

Pina und Pneuma[1]

Bis zum 24. Juli 2016 präsentiert die Bundeskunsthalle in Bonn eine bemerkenswerte Ausstellung. Mit ihr ist der Versuch verbunden, Lebendigkeit durch die Erschließung von Archivalien zu generieren. Eine Quadratur des Kreises. Lebendigkeit ist Kennzeichen gelebten Lebens. Lebendigkeit gibt es nicht aus dem Archiv. Das Archiv ist etwas für leblose Artefakte. Lässt sich durch die Präsentation von Artefakten Lebendigkeit generieren?

Pina Bausch

Die Ausstellung in der Bonner Bundeskunsthalle trägt den Titel „Pina Bausch und das Tanztheater“. Pina Bausch gilt als Pionierin des modernen Tanztheaters und als eine der einflussreichsten Choreographinnen des 20. Jahrhunderts. (http://www.pina-bausch.de) Sie ist 2009 verstorben. Das Konzept für die Ausstellung ist in Kooperation mit der Pina-Bausch-Foundation Wuppertal, die das künstlerische Erbe von Pina Bausch verwaltet, erarbeitet worden. „Herzstück der Ausstellung ist der Nachbau der ‚Lichtburg‘ – jenes legendären Proberaums in einem alten Wuppertaler Kino, in dem Pina Bausch den größten Teil ihrer Stücke gemeinsam mit ihren Tänzerinnen und Tänzern entwickelt hat. Fremden wird nur selten Zutritt zu diesem intimen Raum gewährt. In der Bundeskunsthalle aber wird er zum Raum der Begegnung mit Mitgliedern des Tanztheaters, die den Besuchern Bewegungsqualitäten und kleine Bewegungssequenzen vermitteln; Performances, Tanz-Workshops, öffentliche Proben, Gespräche, Filme und mehr lassen ihn zum lebendigen Erfahrungsraum für die Besucher werden.“[2]

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Gottes Geist in der Lima-Liturgie

Die zwei Herabrufungen des Heiligen Geistes (Epiklese):
Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt,
Du bist heilig und Dein Ruhm ist ohne Grenzen.
Sende herab auf unsere Eucharistie den lebenspendenden Geist,
der durch Mose und die Propheten gesprochen hat,
der die Jungfrau Maria mit Gnade überschattete,
der auf Jesus am Jordan herabkam
und auf die Apostel am Pfingsttag.
Lass das Ausgießen dieses feurigen Geistes
unser Mahl der Danksagung so verwandeln,
dass dieses Brot und dieser Wein
für uns zum Leib und Blut Christi werden.

Blicke, Herr, auf diese Eucharistie,
die Du selbst der Kirche geschenkt hast,
nimm sie gnädig an,
wie Du das Opfer Deines Sohnes annimmst,
durch das wir wieder aufgenommen sind in Deinen Bund.
Erfülle uns mit dem Heiligen Geist,
wenn wir Christi Leib und Blut empfangen,
dass wir ein Leib
und ein Geist werden in Christus,
ein lebendiges Opfer zum Lobe Deiner Herrlichkeit.
Komm, Schöpfer Geist! (Veni Creator Spiritus.)

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