Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt: Inter und Trans!

Bild: Deutschland, Hessen, Frankfurt, 08.09.2022 – 4. Synodalversammlung des Synodalen Weges – Tag 1 Eine Protestmanifestation inmitten des Plenums nach der Ablehnung des Grundtextes „Leben in gelingenden Beziehungen – Grundlinien einer erneuerten Sexualethik“ durch eine Sperrminorität der Bischöfe Am Donnerstag den 08.09.2022 beginnt die vierte Synodalversammlung des Synodalen Weges im Congress Center Messe Frankfurt. FOTO: SYNODALER WEG/MAXIMILIAN VON LACHNER

Der Handlungstext „Leben in gelingenden Beziehungen- Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“ auf der Vierten Synodalversammlung (8.-10.9.2022)

„Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt“
wird am 10.10.2022 mit Zusatzanträgen in sehr großer Mehrheit abgestimmt.

Quelle 1: https://www.synodalerweg.de/

Quelle 2Text: https://www.synodalerweg.de/fileadmin/Synodalerweg/Dokumente_Reden_Beitraege/SV-IV/SV_IV_-Synodalforum_IVHandlungstext.UmgangMitGeschlechtlicherVielfalt-_Lesung1.pdf

Einführung

Unter uns, in unserer Mitte, befinden sich intergeschlechtliche und transgeschlechtliche Menschen, die mit festem Glauben, mit Gottvertrauen, mit Jesus an ihrer Seite durch ihr Leben gehen. Doch die Kirche erschwert ihnen nicht selten das Glaubensleben. In den vergangenen Jahren ist ein stärkerer Fokus kirchlicherseits auf trans- und intergeschlechtliche Menschen zu beobachten – leider nicht im Sinne einer wohlwollenden pastoralen Begleitung oder einer Rezeption aktueller theologisch-wissenschaftlicher Forschung zu der Thematik. Unter Rückgriff auf die biblischen Schöpfungserzählungen und mit dem Vorwurf der „Gender-Ideologie“ werden intergeschlechtliche und transgeschlechtliche (aber auch homosexuelle) Menschen vermehrt ausgegrenzt, pathologisiert und verächtlich gemacht. Das römisch-katholische Lehramt kennt nur die ausschließliche Zweigeschlechtlichkeit in Form von Mann und Frau, die an körperlichen Kriterien festgemacht wird. Dabei verkennt bzw. missachtet das Lehramt weitestgehend Erkenntnisse aus Psychologie, Medizin und Anthropologie, nach denen Geschlecht auch nicht-binäre Varianten kennt und weitere Dimensionen enthält: die Geschlechtsidentität (das Wissen eines Menschen über sein eigenes Geschlecht) und den Geschlechtsausdruck (die Handlungsweisen und Präferenzen, die gesellschaftlich häufig einem bestimmten Geschlecht zugeschrieben werden).

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Die neue Sexualmoral in der katholischen Kirche

Der folgende Text des Synodalforums IV „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“ wurde auf der Vierten Synodalversammlung (8.-10.9.2022) am 8.9. 2022 abgestimmt.
Ergebnis: Im Plenum: 196 Stimmen, 82% Ja, 17% Nein, 2 Enthaltungen.
Das ist eine Zweidrittelmehrheit!
2. 57 Bischöfe: 33 Stimmen = 61% Ja. 21 #Bischöfe Nein, 3 Enthaltungen. Das ist eine einfache Mehrheit.
Der Text ist wegweisend für die universale Kirche.
Quelle 1: https://www.synodalerweg.de/fileadmin/Synodalerweg/Dokumente_Reden_Beitraege/SV-IV/SV-IV_Synodalforum-IV-Grundtext-Lesung2.pdf
Quelle 2: https://www.synodalerweg.de/

Präambel

Die Synodalversammlung weiß um die große Bedeutung, die einer selbstkritischen Positionsbestimmung zur Lehre unserer Kirche zu den Fragen von Liebe, Sexualität und Partnerschaft zu- kommt. Zwar ist die Sexuallehre unserer Kirche für die unerträglichen Akte sexualisierter Gewalt nicht unmittelbar ursächlich. Gleichwohl bildet sie einen normativen Hintergrund, der solche Taten offensichtlich hat begünstigen können.

Als Mitglieder der Synodalversammlung tragen wir in unterschiedlicher Weise Verantwortung für unsere Kirche. In dieser Verantwortung anerkennen wir ausdrücklich die Schuld, die durch sexualisierte Gewalt in kirchlichen Einrichtungen, Gemeinden und Gemeinschaften entstanden ist. Wir erwarten die Übernahme persönlicher Verantwortung derer, die daran (mit-)schuldig wurden. Zugleich suchen wir als Synodalversammlung Wege glaubwürdiger Umkehr.

Auch durch die Lehre zu Sexualität und die kirchliche Praxis haben sich Mitglieder unserer Kirche, aber auch die Kirche als Institution und Gemeinschaft der Glaubenden schuldig gemacht. Wir machen uns daher das freimütige Bekenntnis und die Übernahme von Verantwortung der deutschen Sprachgruppe bei der Römischen Familiensynode im Oktober 2015 zu eigen: „Kirchliche Begleitung [ist] insbesondere in Situationen der Bedrängnis gefordert […]. Hier gilt es nicht nur anzuerkennen, was die Kirche leistet, sondern ehrlich zu sagen, was wir als Kirche versäumt haben: Im falsch verstandenen Bemühen, die kirchliche Lehre hochzuhalten, kam es in der Pastoral immer wieder zu unbarmherzigen Haltungen, die Leid über Menschen gebracht haben, insbesondere über ledige Mütter und außerehelich geborene Kinder, über Menschen in vorehelichen und nichtehelichen Lebensgemeinschaften, über homosexuell orientierte Menschen und über Geschiedene und Wiederverheiratete.“

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